Happening der bildenden Kunst

Künstler realisieren im Herbst über den Landkreis verteilt Installationen, Video-Mapping und Freiluftausstellungen

Eine Comic-Geschichte am Bauzaun, Videomapping am Bahnhof, temporäre Interventionen mit einem roten Faden, eine skulpturale, zählende Lampe oder eine SchiNtzeljagd in Utting. Einzelkünstler und Künstlergruppen, die alle einen Bezug zu der Region haben, realisieren noch bis zum Jahresende ihre teils ungewöhnlichen Projekte über den ganzen Landkreis Landsberg am Lech verteilt. „Das „Happening der bildenden Kunst“ haben wir vom Verein Kunst hält Wache im Kultursommer Landsberg initiiert, damit möglichst viele „bildende“ Künstler direkt von der Förderung des Bundes profitieren. Über die Teilnahme entschied eine externe Jury. Außerdem wollen wir Kunst überall im Landkreis sichtbar und für jedermann erlebbar machen“, erläutert der Vorsitzende von Kunst hält Wache, Franz Hartmann.

Die folgenden Künstlergruppen stellen aus:

Ramona Schintzel wird von Mitte Oktober bis Mitte November in und um den Uttinger Kunstraum B1 von Harry Sternberg eine „SchiNtzeljagd“ veranstalten. Im Kern werden in der Ausstellung klassische Portraitarbeiten gezeigt. Im Außenbereich von RaumB1 und im Summerpark veranstaltet sie zudem bezugnehmend auf ihren Namen eine SchiNtzeljagd im traditionellen Sinn einer Schnitzeljagd mit zehn bis 15 Arbeiten.

Der Fotograf York Dertinger und die Videokünstlerin Vanessa Hafenbrädl veranstalten Ende Oktober (28. bis 30.10.) am Schondorfer Bahnhof ein Video-Mapping. Vanessa Hafenbrädl projiziert dazu die Portraits aus der Serie „Schondorf Porträts“ von York Dertinger auf Personen. Die daraus entstehenden Videos sind Videoinhalt für das Videomapping. Die Schauspielerin Lisa Stiegler wird im Video einen Text von Literaturwissenschaftler Hart Nibbrig über Spiegelungen in der Kunst über das Ich sprechen.

Der Medienkünstler Samuel Schaab stellt ab Mitte Oktober eine skulpturale, dreieinhalb Meter hohe Lampe im öffentlichen Raum auf, so in den Diessener Seeanlagen oder am Parkplatz hinter dem Olympiakino in Landsberg. Über Lautsprecher am Fuß der Lampe werden Dinge der Umgebung gezählt. Eine Stimme nennt unbeirrt die Anzahl von Abfalleimern, Grashalmen, Gebäuden, Vögeln oder Menschen. Das Lampenlicht reagiert auf diese Zählung, die zunehmend intensiver und unübersichtlicher wird. Nach und nach löst sich die Stimme in Klang auf.

Unter dem Titel DER ROTE FADEN verknüpft Thorsten Fuhrmann noch bis Dezember Orte im Landkreis Landsberg. Der rote Faden wird dabei nicht nur im übertragenden Sinn verstanden, sondern ist real eine rote Juteschnur. Begleitend hat Fuhrmann rote Fäden an Freunde und Institutionen im Landkreis LL geschickt, um das Netz zwischen den Kunstschaffenden enger zu knüpfen. Fotos davon werden in der Galerie veröffentlicht. Eine Postkartenserie dokumentiert und schließt das Projekt.
Orte und Termine bis Jahresende: 09.10. Europäische Holocaustgedenkstätte in Landsberg – ehemaliges KZ Lager Kaufering VII. 20.11. Wallfahrtskirche Vilgertshofen. 04.12. Am Kreisverkehr LL West.

Hannah Doepke und Felina Beckenbauer stellen aus Holz Wegschreine her, in denen nicht eine Marienfigur zu entdecken ist, sondern beispielsweise ein sich küssendes Paar unterschiedlicher Herkunft oder desselben Geschlechts. Die Schreine werden bis Jahresende an Plätzen mit persönlichen Bezugspunkten installiert, so am Bayertor in Landsberg oder an der Promenade in Schondorf.

Der Illustrator und Comiczeichner Paul Rietzl wird im Herbst an einer Landsberger Baustelle oder an einer eigens errichteten Holzkonstruktion Comic-Plakate installieren, die die Veränderung seiner Heimatstadt illustrieren. Den Stadt-Umbau in Augsburg hat er zeichnerisch begleitet und kommentiert. Seine kurze Geschichte „Der Schatten“ widmet sich der Frage, was den Orten zustößt, die verbessert werden. Wurden alle gefragt, bevor es losging?

Was macht der Hase auf dem Parkplatz? Anka Helfertová und Leonard Mandl werden im Herbst am Parkplatz auf dem Penzinger Feld mit einer Feldforschung dieser Frage nachgehen. Mit einer temporären Hasenskulptur aus Kies und Lehm laden sie interessierte Bewohner*innen der Stadt Landsberg und Umgebung zum Gespräch über die Grauzone zwischen der wachsenden Stadt und dem grünen Umland ein.

Der Fotokünstler Peter Wilson präsentiert eine Porträtserie von Besucherinnen und Besuchern des Landsberger Inselbads. Die im Sommer entstandenen Bilder von Menschen in Badekleidung will er lebensgroß gedruckt im Dezember Open Air zeigen und den Betrachtern den Wandel der Jahreszeiten erlebbar machen.

Ein Zusammenschluss von Künstlern, Computerexperten und Handwerkern um Josef Köhl realisiert bis zum Jahresende eine wetterfeste Outdoor Window Gallery, die ein innovatives Ausstellungs- und Beleuchtungskonzept bietet.

Bereits vollzogene Projekte:

Die „Freie Kunstanstalt e.V.“ veranstaltete in den Sommerferien ein temporäres StartUp Kulturzentrum in Diessen mit zahlreichen Workshops, Events und Aktionen. Professionelle Künstler begleiteten das Projekt. Zum Ende der Ferien wurden die Ergebnisse präsentiert.

Franziska Koppmann und Valentin Hesch nutzten im September den Innen- und Außenbereich der Uttinger Kunstgalerie Raum B1 nutzen, um eine ortsbezogene Installation zu realisieren. Grundlage ihrer Arbeit war die Untersuchung von verschiedenen lokalen Lebensformen. Außerdem beschäftigten sie sich mit dem Begriff Natur und dem menschlichen Verhältnis zu ihr.

Die Einladung zum Wettbewerb

Anlässlich des Kultur-Sommers-2021 werden wir ca. zehn bildende Künstler*innen oder Künstlergruppen für eine temporäre corona-taugliche Kunstaktion im Auenbereich unterstützen.
Ob Open-Air-Ausstellung, Lichtinstallation, Videoprojektion oder das temporäre Errichten von Skulpturen – jedes Format ist denkbar.
#KS2021LL  #KunsthältWache  #Kultursommer

Die Teilnehmer*innen entwickeln ein Konzept, für dessen eigenständige Umsetzung wir sie mit bis zu 5.000€ finanziell unterstützen werden.
Hierfür stehen uns insgesamt ca. 40.000€ zur Verfügung.

Wer kann Vorschläge einreichen:
Professionelle bildende Künstler*innen, gerne auch in Gruppen (Kunstvereine etc.). Die Künstler*innen sollten einen erkennbaren Bezug zum Landkreis Landsberg am Lech haben.

Welche Formate sind denkbar:
Alle Präsentationsformen sind denkbar. Wichtig ist, dass der Teilnehmenden ihren Vorschlag selbst umsetzen müssen. Das heißt, sich um nötige Genehmigungen sowie eventuelle Versicherungen usw. selbst zu kümmern.

Ort des Geschehens:
An öffentlich zugänglichen Orten im Landkreis Landsberg, nach Wahl der Künstler*innen.

Was wird gefördert:
Die einzelnen Projekte werden mit Honoraren bzw. einem Stellgeld von je 1000 – 5000 € unterstützt.
Drittmittel sind denkbar, müssen jedoch abgesprochen sein.

Wer entscheidet welche Projekte gefördert werden:
Eine externe, generationsübergreifende fünfköpfige Jury aus unterschiedlichen Bereichen der Kulturszene. Jedes
Mitglied der Jury entscheidet für sich, in dem es für jedes eingereichte Projekt zwischen 0 und 3 Punkte vergibt.

Was muss der Vorschlag enthalten:
Kurzes Konzept, beteiligte Künstler*innen, Ort, Zeitraum, gewünschte Höhe der Förderung.

Termine:

  • Vorschläge könne online bis zum 15.07.21 unter orga@kunst-haelt-wache.de eingereicht werden.
  • Die Entscheidung der Jury wird spätestens am 01.08.21 bekanntgegeben.
  • Die Projekte können ab August stattfinden und müssen bis spätestens 31.12.21 abgeschlossen sein.

Bei Fragen:
Kunst hält Wache e.V. c/o Franz Hartmann – orga@kunst-haelt-wache.de

Dieses Projekt wird gefördert von

Der Kultursommer Landsberg 2021 #KS2021LL wird im Programm Kultursommer 2021 durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR gefördert.

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